
Wärmepumpe & Photovoltaik
Welche Wärmepumpe passt zu meiner PV-Anlage?
Wer eine Wärmepumpe und eine PV-Anlage zusammen betreiben möchte, hat eine der klügsten Entscheidungen in der Heiztechnik getroffen. Damit das System wirklich wirtschaftlich läuft, müssen beide Komponenten aufeinander abgestimmt sein. Solar Hamm erklärt Ihnen, worauf es bei der Auslegung ankommt, was SG Ready bedeutet und wie ein konkretes Beispielhaus in der Region Hamm aussehen kann.
Aktualisiert: 10. Juni 2026 · Solar Hamm GmbH
Das Wichtigste in Kürze
- Die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831 ist die Grundlage jeder Wärmepumpenplanung. Erst dann ergibt die Wahl der richtigen PV-Größe Sinn.
- Als grobe Faustregel gilt: elektrische Anschlussleistung der Wärmepumpe (in kW) multipliziert mit 3 ergibt den empfohlenen PV-Richtwert in kWp. Für ein typisches Einfamilienhaus mit Wärmepumpe sind 10 bis 15 kWp sinnvoll.
- Eine SG-Ready-Zertifizierung ist seit 2023 Voraussetzung für die BAFA-Förderung und ermöglicht der Wärmepumpe, PV-Überschüsse automatisch zu nutzen.
- Mit einer gut abgestimmten Kombination aus 10 kWp PV und einer modernen Luft-Wasser-Wärmepumpe erreichen Haushalte typischerweise eine Autarkiequote von 50 bis 65 %.
- Vaillant aroTHERM plus, Typ und Größe nach Heizlast: SG-Ready-zertifiziert, Kältemittel R290, Vorlauftemperatur bis 75 °C, JAZ bis 5,0 bei Fußbodenheizung.
Schritt 1: Heizlast berechnen, bevor Sie eine Wärmepumpe wählen
Die häufigste Fehlerquelle bei der Kombination von Wärmepumpe und PV ist eine falsch dimensionierte Wärmepumpe. Wer zu groß plant, bekommt eine Anlage, die ständig taktet, also kurze Zyklen fährt, unnötig verschleißt und die Effizienz senkt. Wer zu klein plant, kommt an kalten Wintertagen nicht ohne teuren Heizstab aus.
Die Basis ist die Heizlastberechnung nach DIN EN 12831. Sie ermittelt, wie viel Wärmeleistung Ihr Gebäude bei der kältesten zu erwartenden Außentemperatur benötigt. Für ein Einfamilienhaus mit 150 m² und mittlerem Dämmstandard liegt die Heizlast typisch zwischen 7 und 10 kW. Ein saniertes Haus kommt oft mit 5 bis 7 kW aus, ein unsanierter Altbau kann 12 kW und mehr benötigen.
Wichtig: Beauftragen Sie diese Berechnung bei einem zertifizierten Fachbetrieb. Ein seriöser Installateur legt die Wärmepumpe passend zur tatsächlichen Heizlast aus, nicht pauschal nach Wohnfläche.
Schritt 2: Wie groß muss die PV-Anlage für die Wärmepumpe sein?
Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein typisches Einfamilienhaus benötigt im Jahr rund 4.000 bis 5.000 kWh Strom. Hinzu kommt der normale Haushaltsstrom von 4.000 bis 5.000 kWh pro Jahr. Damit liegt der Gesamtbedarf bei rund 8.000 bis 10.000 kWh.
Eine bewährte Faustregel zur Mindestgröße der PV-Anlage lautet: elektrische Anschlussleistung der Wärmepumpe in kW multipliziert mit 3 ergibt den empfohlenen Richtwert in kWp. Eine Wärmepumpe mit 2 kW elektrischer Aufnahmeleistung (bei einer thermischen Leistung von 7 kW und einer JAZ von 3,5) erfordert nach dieser Formel mindestens 6 kWp. Praktisch empfehlen wir für Haushalte mit Wärmepumpe eine PV-Anlage von 10 bis 15 kWp, um auch den Haushaltsverbrauch gut abzudecken und eine solide Autarkiequote zu erreichen.
Mit 8 bis 10 kWp PV-Leistung erreichen Haushalte mit Wärmepumpe typischerweise eine Eigenverbrauchsquote von über 50 %. Mit einem Batteriespeicher steigt die Quote auf 70 % und mehr. Wichtig: Im Winter, wenn der Heizbedarf am höchsten und der Solarertrag am niedrigsten ist, wird die Wärmepumpe in der Regel auch Netzstrom nutzen. Das ist normal und wirtschaftlich trotzdem sinnvoll.
Was bedeutet SG Ready und warum ist es für Sie wichtig?
SG Ready steht für Smart Grid Ready. Das Label kennzeichnet Wärmepumpen, die über eine standardisierte Schnittstelle mit einem Energiemanagementsystem oder direkt mit dem PV-Wechselrichter kommunizieren können. Sobald die PV-Anlage mehr Strom erzeugt als der Haushalt gerade verbraucht, gibt das System ein Signal an die Wärmepumpe. Diese nutzt den Überschuss gezielt, etwa um Warmwasser aufzubereiten, den Pufferspeicher zu laden oder das Haus geringfügig vorzuheizen.
Das SG-Ready-Protokoll kennt vier Zustände: Sperrbetrieb (1), Normalbetrieb (2), Empfehlung zum Einschalten bei Überschuss (3) und Zwangsbetrieb bei sehr hohem Überschuss (4). In der Praxis mit PV werden vor allem die Zustände 2 und 3 genutzt. Der Komfort bleibt erhalten, die Wärmepumpe entscheidet selbst, ob sie das Signal annimmt.
Seit dem 1. Januar 2023 ist die SG-Ready-Fähigkeit Voraussetzung für die staatliche Wärmepumpenförderung über das BAFA. Wer eine neue Wärmepumpe plant und die Förderung von bis zu 70 % der Anschaffungskosten nicht verlieren möchte, sollte ausschließlich SG-Ready-zertifizierte Geräte in Betracht ziehen.
Welche Wärmepumpentypen kommen für den Betrieb mit PV infrage?
Grundsätzlich lässt sich jede Wärmepumpe mit einer PV-Anlage kombinieren, wenn sie SG-Ready-fähig ist. Die in der Praxis häufigste Wahl im Einfamilienhaus ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe. Sie entnimmt der Außenluft Wärmeenergie und gibt sie an den Heizkreis ab.
Wir bei Solar Hamm setzen auf die Vaillant aroTHERM plus. Die aktuelle Generation (ab /8.1, September 2025) arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan, GWP 3), erreicht Vorlauftemperaturen bis 75 °C und eignet sich damit auch für Altbauten mit klassischen Heizkörpern. Der COP (Coefficient of Performance) liegt bei bis zu 5,4 bei A7/W35, die realistische Jahresarbeitszahl (JAZ) beträgt bei Fußbodenheizung etwa 4,5 bis 5,0. Alle Modelle sind SG-Ready-zertifiziert und unterstützen zusätzlich den offenen EEBus-Standard für eine noch feinere Integration mit Wechselrichtern, Batteriespeichern und Wallboxen.
Für den reibungslosen Betrieb mit PV empfehlen wir außerdem, von Anfang an einen Pufferspeicher einzuplanen. Er ermöglicht es der Wärmepumpe, auch bei wolkigem Himmel längere, effiziente Zyklen zu fahren, anstatt kurz ein- und auszuschalten.
Praxisbeispiel: Einfamilienhaus in Hamm, 150 m², Bj. 1998
Ausgangssituation: Einfamilienhaus, 150 m² Wohnfläche, teilsaniert (Fenster und Dach erneuert, Kellerwände nicht gedämmt), Fußbodenheizung im Erdgeschoss, Heizkörper im Obergeschoss.
Heizlastberechnung ergibt: 8,5 kW bei -12 °C Normauslegungstemperatur (für NRW).
Gewählte Wärmepumpe: Vaillant aroTHERM plus VWL 75/8.1 A (7,5 kW bei A7/W35, modulierend). Die Wärmepumpe ist passend zur Heizlast ausgelegt. Ein elektrischer Zuheizer übernimmt an den wenigen sehr kalten Tagen den Rest.
Gewählte PV-Anlage: 12 kWp (30 Module à 400 Wp, Südausrichtung, 35 Grad Neigung). Jahresertrag in Hamm: ca. 11.000 bis 12.000 kWh.
Ergebnis ohne Batteriespeicher: Eigenverbrauchsquote ca. 45 bis 55 %, Autarkiequote ca. 50 bis 60 %. Ergebnis mit 10 kWh Batteriespeicher (z. B. EcoFlow PowerOcean): Eigenverbrauchsquote ca. 70 bis 80 %, deutlich höhere Unabhängigkeit im Frühjahr und Herbst.
Die SG-Ready-Steuerung ist aktiv: Warmwasseraufbereitung läuft bevorzugt mittags, wenn die PV-Anlage auf Hochtouren läuft. Der Pufferspeicher speichert überschüssige Wärme für die Abendstunden.
Messkonzept: Gemeinsamer oder getrennter Zähler?
Wenn Wärmepumpe und PV-Anlage gemeinsam an einem Zähler betrieben werden, maximiert die Wärmepumpe automatisch den PV-Eigenverbrauch. Ein separater Wärmepumpentarif mit günstigem Sperrzeitenstrom ist dabei allerdings nicht möglich.
Bei getrennten Zählern können Sie einen günstigeren Wärmepumpentarif nutzen, der Eigenverbrauch der PV-Anlage fließt jedoch vorrangig in den Haushaltskreis. Die dritte Option, die sogenannte Kaskadenmessung, verbindet beide Vorteile: hoher PV-Eigenverbrauch und separate, vergünstigte Tarifierung für die Wärmepumpe. Die technische Umsetzung ist aufwendiger und muss mit dem örtlichen Netzbetreiber (in Hamm: Stadtwerke Hamm oder Westnetz) abgestimmt werden.
Unsere Empfehlung für neue Anlagen in Hamm: Stimmen Sie das Messkonzept vor der Installation ab und sprechen Sie mit uns, bevor die Elektrik festgelegt wird. Nachträgliche Änderungen sind teuer.
Förderung für Wärmepumpe und PV in Hamm
Für die Wärmepumpe: Das BAFA fördert den Einbau einer Wärmepumpe als Ersatz für eine fossile Heizung mit bis zu 70 % der förderfähigen Kosten (Grundförderung 30 %, Einkommensbonus 30 %, Effizienzbonus und Klimageschwindigkeitsbonus je 5 %). Voraussetzung ist unter anderem die SG-Ready-Fähigkeit der Wärmepumpe. Nach Förderung liegt der Eigenanteil für eine Vaillant aroTHERM plus inkl. Installation typisch bei 9.000 bis 15.000 Euro.
Für die PV-Anlage: PV-Anlagen bis 30 kWp sind in Deutschland von der Einkommensteuer befreit, und seit 2023 gilt 0 % Mehrwertsteuer auf Module, Wechselrichter und Speicher. Eine direkte Investitionsförderung für PV gibt es auf Bundesebene derzeit nicht. Einige NRW-Kommunen bieten ergänzende Förderprogramme an.
Für den Batteriespeicher: Das Förderprogramm progres.nrw bietet unter bestimmten Bedingungen einen Zuschuss für Batteriespeicher. Die Konditionen ändern sich regelmäßig. Fragen Sie uns bei der Planung nach dem aktuellen Stand.
Wichtig: Alle Förderanträge müssen vor Beauftragung gestellt werden. Solar Hamm unterstützt Sie bei der Antragstellung.
Solar Hamm
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Häufige Fragen
Antworten auf einen Blick.
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Solar Hamm aus Hamm plant Ihre Wärmepumpe und PV-Anlage als aufeinander abgestimmtes System. Wir übernehmen Heizlastberechnung, Anlagenauslegung, Förderantrag und Montage aus einer Hand. Jetzt kostenloses Beratungsgespräch anfragen: 02385 7783006 oder info@solar-hamm.de.
